Altes Blogimport:
Heute mal eine uralte Story, vom alten Blog.
Weil ich
A) dort zum einen Eh gerade zumache um Platz für etwas neues zu schaffen…
B) Ich eh schon immer mal ein paar alte Geschichten mit “rübernehmen” wollte und mir
C) sowieso gerade keine Zeit habe mir etwas neues Einfallen zu lassen.
Also viel Spaß mit der alten Kamelle:
Der Behördenkampf Teil 46…..
So oder so in der Art hat es sich tatsächlich zugetragen
von BeastyBasti @ Dienstag, 18. Sep, – 15.23:19
Blogbucheintag des Kaptains, Sternzeit 415,9.
Ich befinde mich, nach einem langen Kampftag in einer deutschen Behörde des 21 Jahrhunderts, wieder im der Kommandozentrale des Raumschiffs BeastyBastiprise.
Müde und abgekämpft vom lähmenden Umgang mit Vertretern der humanuiden Rasse. Diese, durch besondere Starrsinnigkeit gekennzeichnete Bevölkerungsschicht der Erde, führte heute einen hartnäckigen Kampf gegen mich. Sie bezeichnen sich selbst als die Beamten und beinahe hätten sie mich in den Wahnsinn getrieben. Aber Kaptain BeastyBasti wäre nicht Kaptain BeastyBasti, wenn er nicht seine gefährlichste Waffe, seinen Verstand, auf maximale Überzeugungsenergie eingestellt hätte.
Nach unendlich langem Warten und nach vielen Anträgen und Formularen, fand ich mich, geschätzte 3 Stunden nach meiner Ankunft in der Behörde, am Ausgangspunkt meiner Antragsstellung wieder. Der selbe Beamte saß mir stirnrunzelnd gegenüber und betrachtete in seiner schwerfälligen Art zunächst meine Papiere und dann mich.
In mir kochte die Wut, denn schon unzählige Male zuvor hatte er mich in immer neue Amtszimmer dieses Bürogebäudes gejagt, um immer neue Anträge und Formulare einzuholen.
Nun saßen wir uns also erneut gegenüber und seine Stimme sollte nichts gutes verheißen.
“Herr B. leider können wir ihnen…”
“Nein?” unterbrach ich ihn.
Dieses schien ihn aus dem Konzept gebracht zu haben, denn er antwortete nicht, sondern sah mich verwirrt an.
“Kommen sie mir jetzt nicht wieder mit irgendwelchen neuen Formularen und Anträgen.” erklärte ich so aggressiv wie nur möglich.
“Aber leider kann ich für sie nichts weiter tun, Herr B. Wir sind für ihr Anliegen eigentlich gar nicht zuständig.”
Ein irres Lächeln breitetet sich auf meinem Gesicht aus. Eine sonderbare Mischung aus Wahnsinn und Verzweiflung machte sich in mir breit.
Einen Moment lang schwieg ich.
Ich überlegte, wieviel Aufmerksamkeit es wohl erregen und wieviel Zuständigkeit wohl vorhanden sein würde, wenn ich dem Mann vor mir einen seiner Aktenordner auf sein Haupt donnerte.
Irgend etwas in mir machte Klick. Nein eher Swirrr! Oder wie hört es sich an, wenn ein Geduldsfaden reißt?
“Ja muss man sich denn hier erst mit Benzin übergießen und anzünden,damit hier mal jemand zuständig ist?”
Plötzlich würde es verdächtig still in dem Großraumbüro und die Blicke der Anwesenden verrieten mir, das ich das eben nicht nur gedacht, sondern anscheinend laut ausgerufen hatte. Alle Augen waren auf mich gerichtet und ein paar Kollegen des Beamten waren aufgestanden und herüber zu seinem Schreibtisch bekommen.
Leise wurde etwas von wegen Benzin und hui sowas aber auch… und so gemurmelt.
“Wollen sie uns Schwierigkeiten machen?”
fragte mich der Beamte und versuchte dabei gefasst zu wirken.
“JA!” war meine kurze Antwort.
“Herr B.?” meinte daraufhin der Beamte zögerlich und wirkte nicht mehr ganz so gefasst.
“Vielleicht ist es besser wenn sie ihre Angelegenheit mit unserem Vorgesetzten besprechen?”
“Nur zu… holen sie von mir aus einen Minister oder gleich die Kanzlerin wenn es ihnen hilft!” schimpfte ich und hoffte, das ich noch einmal so erschreckend klingen würde wie gerade zuvor.
Ich wurde in ein separates Büro geführt und es wurde mir ein Platz angeboten. Mit den Worten, das ich einen Moment warten sollte, wurde ich in diesem Büro alleine gelassen.
Allein im Büro überlegte ich, ob ich mich an den Rechner setzen sollte um mein Anliegen mit ein paar Klicks selbst zu bearbeiten.
Scheinbar hatte ich zu lange überlegt, denn die Tür öffnete sich und ein älterer Herr betrat den Raum in Begleitung einer jüngeren Dame, die wohl wahrscheinlich die Hauspsychologin war und einem Herren, der sich zwar nicht vorstellte aber von seiner grobschlächtigen Erscheinung her wohl eher als Verstärkung dienen sollte, nur für den Fall, das ich tatsächlich einen Kanister Benzin unter meinem T-Shirt verteckt hätte.
Der ältere Herr und die Dame setzten sich. Der grobschlächtige Mann blieb an der Tür stehen.
Alle schwiegen und ich kramte nervös in meiner Hosentasche nach meinem Benzinfeuerzeug, während der ältere Herr aufmerksam seinen Computerbildschirm studierte. Die Menge Benzin in meinem Feuerzeug würde bei weitem nicht ausreichen um etwas mehr als ein Gelächter bei meinem Gegenüber zu erzeugen, also ließ ich es wo es war.
Die junge Frau beugte sich zu dem älteren Herrn herüber und zeigte ihm etwas auf dem Computerbildschirm.
Anscheinend arbeiteten sie, also schwieg ich beharrlich weiter.
Fleißig wurden nun die Tastatur bedient, während noch immer niemand mit mir sprach.
Etwa zehn wortlose Minuten vergingen. Der Drucker hatte ein paar Papiere ausgespuckt, die mir nun zur Unterschrift vorgelegt wurden. Brav und wortlos unterschrieb ich alles und der ältere Beamte stempelte mit einem großen roten Stempel meine Unterlagen ab. Ich war mir sicher das dies der Stempel war, auf dem groß GEFÄHRLICH stand. Wann auch immer ich in der Zukunft in einer deutsche Behörde ein Anliegen vortragen würde, wird dieser Stempel auf meinen Akten verraten, das ich mit besonderer Vorsicht zu genießen bin und all meine Anträge entweder sehr zügig oder aus Rache extra langsam zu bearbeiten sind.
Der ältere Herr gab mir nun die Hand und reichte mir meine Papiere. Ungläubig lass ich sie mir durch und stellte fest, das alles bearbeitet wurde und ich nun zufrieden die Behörde verlassen könnte. Alles war geregelt!
Die junge Dame lächelte mich noch beim Rausgehen an. Konnte es etwas schöneres geben?
Auch ihr schüttelte ich freudig die Hand. Kurz überlegte ich, ob ich dem grobschlächtigen Mann an der Tür beim Verlassen des Büros mein Feuerzeug schenken sollte, aber ich beschloss es besser zu behalten.
Wer weis schon, ob es mir nicht irgendwann, bei einem meiner nächsten Behördenbesuche, noch von Nutzen sein könnte…
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