Wütend und ärgerlich lief ich gestern Nacht durch die Strassen. Wie es der Zufall so wollte, begegnete ich alten Bekannten. Drei junge Männer mit dem gefürchteten, radikalen Erscheinungsbild. Keine Haare, aber ‘nen Baseballschläger in der Tasche, so mag ich sie ja mit ihren Bomberjacken und den Stiefeln… Ok es gibt auch linke Skins, aber scheinbar nicht heute… den die Schnürbänder sind weis und die Aufnäher auf einer dieser kameradschaftlich getragenen Jacke, sprechen eine deutliche Sprache – Deutsch und ohne Zweifel sehr stolz drauf!
“Na die kommen mir gerade recht…” dachte ich so bei mir und ging auf die drei zu.
“Na Jungs, schicke Fleischmützen habt ihr da auf… Gibts die bei H & M ?”
Entgeistert sahen mich die drei an.
“Was bist du denn für einer?” sprach mich der Erste von ihnen an. Die anderen schauten etwas verwirrt aus der Wäsche.
“Einer, der mal nachfragen wollte wie es so ist als Nazi. Macht es Spaß ein Arschloch zu sein?” versuchte ich sie zu provozieren. Für eine ordentliche Schlägerei sind diese Typen doch eigentlich immer zu haben und wenn ich sie dämlich anmache, ganz bestimmt. Irgendwie kam mir die Sache sehr gelegen, denn nichts macht den Kopf so schön frei wie eine zünftige Keilerei. Drei gegen Einen ist doch eine faire Sache, wenn man bedenkt, das ich in meinen Turnschuhen schneller rennen kann, als sie mit ihren Stiefeln.
“Verpiss dich du Spinner, oder willste eins auf die Fresse?” mischte sich jetzt der Zweite von den Drein in die Gesprächsrunde ein. “Na siehste, geht doch…” dachte ich so bei mir und sah mein Ziel in greifbarer Nähe.
“Scheint ja toll zu sein als Naziarschloch. Immer schön die Birne voll und wenn man was gefragt wird erstmal zuschlagen. Wer ist denn hier der Spinner?”
Ich ging einen Schritt auf mein Gegenüber zu und bereitete mich in Gedanken darauf vor gleich von den drei Typen ordentlich eins auf die Jacke zu bekommen. Sich mit Vorsatz auf eine Schlägerei einzulassen ist eigentlich nicht so mein Ding, aber heute war es mir egal, denn der Tag war sowieso gelaufen.
Irgendwie muss mir der Wahnsinn im Gesicht gestanden haben, denn nun lenkte plötzlich der Dritte im Bunde ein und schob mich zur Seite.
“Ey Alter lass gut sein. Wir wollen keinen Ärger.”
“Ja Mann, verpiss dich. Wir wollen keinen Stress.” mischte sich sogleich der Erste ein.”
Irritiert ging nun auch der Zweite von ihnen einen Schritt zurück.
“Ihr Linken seit doch sonnst immer so tolerant. Lass uns doch unsere Meinung und wir lassen dir deine. Ist ja kein Grund gleich so ‘nen Stress zu schieben…!” meinte nun der Dritte und nahm mir somit jegliche Motivation mich mit diesen rechtsgerichteten Frisurignoranten auch nur eine weitere Sekunde lang auf irgendeine Prügelei einzulassen. Das Argument hatte gesessen. Was soll man da machen?
Recht hatte er ja, auch wenn ich es ungerne zugab.
Kopfschütteln klopfte ich dem Mann auf die Schulter.
“Ihr Skinheadtypen seit auch nicht mehr das was ihr mal wart. Bietet die NPD jetzt Anti-Aggressionstraining?”
Grinsend schaute mich der Dritte von ihnen an und meinte vergnügt
“Lass gut sein Alter…!”
Kopfschütteln ging ich meiner Wege. Dieser Tag war tatsächlich gelaufen. Irgendwie verstand ich die Welt nicht mehr und die Welt mich scheinbar auch nicht.
Tage wie diese können mich am Arsch lecken und am besten betrinkt man sich zuhause und legt sich ohne Umwege ins Bett.
Wenn einem nicht mal mehr die Naziskins ordentlich die Fresse polieren wollen, kann man den Tag eh vergessen…
Gute Nacht!