Sie öffneten die digitale Schublade ‘Tagebuch eines Hafenarbeiters’
Abgesehen von den folgenden Einträgen liegt darin auch noch eine Menge digitaler Staub.

Tagebuch eines Hafenarbeiters:

Normalerweise wissen wir Hafenarbeiter ja nicht was wir da, in den tonnenschweren Blechkisten hin und her bewegen und normalerweise ist der Inhalt eines Containers für uns auch völlig uninteressant. Container ist Container. Wir be- und entladen Schiffe, LKW und Bahn und sorgen dafür das unsere Kunden termingerecht an ihre Ware gelangen.
Die meisten Container unterscheiden sich lediglich durch Farbe, Gewicht und einen kleinen Buchstaben- und Zahlencode, welcher zur Identifikation dient.
Ein paar Container allerdings sind schon etwas besonderes.

Dieser hier zum Beispiel:

Aquavit Container

Diese Line Aquavit Container tauchen von Zeit zu Zeit bei uns im Hafen auf und die Kenner wissen was es damit auf sich hat.
Diese besondere Art des Aquavits (41,5 % vol) wird in ehemaligen Sherryfässern aus Eichenholz gelagert und reift 19 Wochen lang auf Schiffen, die den Äquator (die Linie) kreuzen. Diese besondere Reifungsmethode verdankt der Aquavit eigentlich einem großen Zufall. Einer Legende zufolge seien im Jahr 1805 einige Fässer Aquavit nach Übersee verschifft worden und zufällig Monate oder Jahre später wieder zurück nach Norwegen gelangt, wobei die geschilderten Einzelheiten widersprüchlich sind. Jedenfalls habe man bei der Verkostung der Retoure überrascht festgestellt, dass dieser Aquavit nun deutlich milder und feiner schmeckte als vor der Abfahrt. Dies wurde den ständigen Bewegungen der Fässer, der Seeluft und den Temperaturschwankungen auf der langen Seereise zugeschrieben.
Fest steht, dass Jørgen B. Lysholm im Jahr 1821 eine Destillerie in der Nähe von Trondheim gründete, und seit Ende der 1830er Jahre Schiffe versand, die auch Aquavitfässer an Bord hatten.
Heute werden auf der Rückseite jedes Etiketts von Line Aquavit der Name des Schiffes und die genaue Zeit der Reise vermerkt.
Also aufgepasst, es könnte durchaus sein, dass ich mit meinem wackelnden Van Carrier zum Reifeprozess dieser köstlichen skandinavischen Spirituose beigetragen habe. ;-)

Schon irgendwie toll und ich glaube ich bin nicht der einzige Hafenarbeiter, der bei diesen Containern unweigerlich an ein gutes Essen und einen anschließenden Absacker denken muss.

Nach Feierabend versteht sich. Wenn die Sonne im Hafen längst untergegangen ist…

Sonnenuntergang

Tagebuch eines Hafenarbeiters

Richtig, richtig schlechte Neuigkeiten zum Schichtwechsel:

Bei einem Arbeitsunfall auf dem Bremerhavener Hafengelände ist am Mittwoch ein 22-jähriger Mann ums Leben gekommen. Der Hafenarbeiter hatte probeweise ein Umschlagfahrzeug für Container, einen sogenannten Van-Carrier, gefahren, wie die Polizei am Donnerstag mitteilte. Das 15 Meter hohe Fahrzeug sei in einer Kurve umgekippt, der Fahrer wurde dabei im Führerhaus eingeklemmt. Der 22-Jährige erlitt schwere Kopfverletzungen. Er starb wenig später im Krankenhaus.

(via) (via)

Container Quiz

Aufgabe:
Ordnen Sie die auf den Bildern zu sehenden Container den richtigen geographischen Regionen zu und gewinnen sie ein Hafenfachabitur mit Sternchen:

Bild 1:

Mexiko


  • A) China
  • B) Italien
  • C) Deutschland
  • R) Mexiko

Bild 2:

China


  • O) China
  • B) Italien
  • C) Deutschland
  • D) Mexiko

Bild 3:

Italien


  • A) China
  • F) Italien
  • C) Deutschland
  • D) Mexiko

Bild 4:

Deutschland


  • A) China
  • B) Italien
  • L) Deutschland
  • D) Mexiko

Gefrierbrand

Das neue Jahr brachte einige eiskalte Veränderungen in die kleine Hafenwelt am Weserstrand.
Da ist zum einen der Wintereinbruch, der die Pier mit einem zarten Weis überzog.
Zugegeben, Hafenarbeit, so sagt man, war seit jeher nichts für “Frostködel” und “Weicheier”, aber bei Temperaturen unter Null (32° Fahrenheit) wird Hafenarbeit mitunter gerne mal zur Herausforderung.
Egal ob einem beim Laschen der Schweiß an der Stirn gefriert, VC-fahren durch schneeverdeckte Linienführung und vereiste Reihen zur 60 Tonnen Rutschpartie wird, schlechte Sicht den Containerbrückenfahrer behindert, oder einem nach 8 bis 12 Stunden Arbeit im Freien einfach nur arschkalt ist, eines beschäftigt Hafenarbeiter in diesen Tagen doch noch mehr als das Wetter.
Stellenabbau, Kurzarbeit, Teilzeitarbeit, Arbeitsrecht und nicht zuletzt veränderte Schichtpläne und Arbeitszeiten sorgten wohl im gesammten Hafen für heftige Diskusionen. Hinzu kommt noch die nachwievor prekäre Lage der Kollegen vom GHB, die gemeinsam mit Verdi um ihre wenigen verbliebenen Arbeitsplätze und angemessenen Entlohnung kämpfen.
Wo man hinhört scheint sich die Stimmung, ähnlich wie die Außentemperaturen, jenseits des Gefrierpunktes einzupegeln.
Kriesenbewältigung auf der einen, Motivation auf der anderen Seiten.
“Warten wir mal ab…” ist wohl der allgemeine Tenor dieser Tage.
Die oft gehörte Hafenparole “Halt durch!” mehr als nur eine Phrase…
2010 beginnt eiskalt, aber auf einen harten Winter folgt irgendwann ein hoffentlich milderer Frühling.

Containerhafen

Neues aus der Rubrik: T-Shirt Sprüche lügen nicht:

Das bestimmte Arbeitnehmer T-Shirt technisch ganz weit vorne sind, wussten aufmerksame Blogleser schon länger.
Das sie jedoch auch in wirtschaftlich nicht allzu prächtige Zeiten ihren Humor behalten, sollte spätestens durch dieses T-Shirt jedem klar werden.

Kurzarbeit, T-Shirt Spruch


Dieses Shirt ist übrigens absolut käuflich!




Tagebuch eines Hafenarbeiters:

Das am meisten diskutierte Thema im Hafen waren wohl die in den letzten Tagen aufgetauchten Pressemitteilungen um einen unserer Kollegen.

In einer gemeinsame Presseerklärung der Staatsanwaltschaft Bremen und der Polizei Bremen heißt es:

Nach dem brutalen Sexualverbrechen am 1. September 2009 an einer 21 Jahre alten Frau in Bremen-Burgdamm konnte nach intensiven Ermittlungen des Fachkommissariats für Sexualdelikte der Polizei Bremen und einem durchgeführten DNA-Massenspeicheltest ein 41 Jahre alter Hafenfacharbeiter aus Schwanewede als Beschuldigter ermittelt werden. Dieser wurde am 9.Oktober nachmittags von der Polizei Bremen in Burglesum vorläufig festgenommen. Das Amtsgericht Bremen erließ gegen ihn am nächsten Tag auf Antrag der Staatsanwaltschaft Bremen Haftbefehl wegen Vergewaltigung in Tateinheit mit gefährlicher Körperverletzung.

Quelle: Presseportal.de

Was bleibt ist ein sehr mulmiges Gefühl in der Magengegend, Mitgefühl mit dem Opfer dieser schockierenden Tat und die ernüchternde Erkenntniss, das auch wenn man mit einem Kollegen beinahe tagtäglich zusammenarbeitet, man einmal mehr feststellen muss, dass man in Menschen, wie man es immer so schön sagt, eben nicht hineinschauen kann.

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Traumhafte Sonnenuntergänge gehören gratis dazu:


Arbeitsplatz Hafen

Sonnenuntergang im Hafen

Die schönen Ausblicke eines Hafenarbeiters:

Sonnenuntergang im Hafen

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Tagebuch eines Hafenarbeiters:

Sonnenaufgang im Containerhafen

Allein für solche Sonnenaufgänge lohnt es sich die ganze Nacht wach zu bleiben.

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